Ein Regenbogenhaus für die Kleinsten
Die Kinderkrippe Regenbogen betreut als einzige Einrichtung in Emden ausschließlich Kinder unter drei Jahren. Dementsprechend ist unser Haus komplett auf diese Altersstufe eingestellt und eingerichtet. Die überschaubare Größe unsere Hauses mit zwei Gruppen zu je 15 Kindern, ermöglicht zum einen eine familiäre Atmosphäre, aber auch gleichzeitig eine Vielzahl an Möglichkeiten in der pädagogischen Arbeit, durch gruppenübergreifende Aktivitäten und genügend Personal.
Bei der Umgestaltung unserer Räume 2008 war das Personal der Krippe von Beginn an beteiligt und konnte somit Wünsche aus den langjährigen Erfahrungen in der Krippenarbeit in die Planungen einfließen lassen. Auf diese Weise sind Räume entstanden, in denen sich die Krippenkinder wohl fühlen und orientieren können. Der Charme unsere Altbaus intensiviert dabei die wohnliche Atmosphäre.
Der Eingangsbereich
Eine kleine Treppe und der Blick in das Innere:
Durch die Haupteingangstür betritt man den Flur der Kinderkrippe, in der sich eine kleine Treppe befindet. Der Blick schweift sofort nach oben zur Zwischentür mit Bullaugen und Lichtausschnitten, die den Blick auf das Innere freigeben. Die Kinder sehen, was sich hinter der Tür verbirgt, was sie erwartet. Vielleicht guckt auch schon ein Freund oder eine Freundin aus dem Bullauge und freut sich über die Ankommenden. Ganz nebenbei erlernen die Kinder beim Hinein- und Hinausgehen das Treppensteigen, dass man sich am Handlauf festhalten, der Reihe nach hinuntergehen und genau hinschauen muß.
In der Krippe angekommen, betritt man den großen Flur mit unserem Aquarium. Die Tiere sind immer der erste Anziehungspunkt für die Kinder, werden begrüßt und beobachtet. Die Tiere geben Sicherheit, verläßlich schwimmen die Fische jeden Tag in ihrem Wasserkasten und sind auch in ihren Reaktionen gut einschätzbar. Die Kinder lernen den respektvollen Umgang mit Lebewesen, zum Beispiel, dass man nicht an das Aquarium klopfen oder etwas hineinwerfen darf. Sie wissen auch, dass die Fische täglich Futter brauchen und man das Wasser reinigen muß.
Der Flur ist hell und übersichtlich, an den Wänden hängen die selbstgebastelten Plakate der Krippenfamilien. Auf den Plakaten sind Fotos der gesamten Familie und evtl. der Haustiere, eine Beschreibung der Hobbys, des Wohnortes und anderes Mitteilungswertes. Die Kinder lieben diese Plakate, da sie die Verbindung zu ihrer Familie aufrechterhalten, auch wenn die Eltern die Krippe verlassen haben. Sie schauen sich immer wieder ihre Fotos und die der anderen an. Die Eltern nutzen oft die Abholzeit der Kinder, um sich die Familienplakate anzusehen und damit mehr über die Elterngemeinschaft zu erfahren oder Kontakte herzustellen.
Der Garderobenbereich des Flures befindet sich ein wenig separat, in einem schmaleren Bereich, damit der große Teil des Flures auch als Spielraum genutzt werden kann. Hier wurde Wert auf große Fächer gelegt, in der alle Mitbringsel der Kinder, wie Kuscheltiere, Schnuller, Fahrradhelme u.a. untergebracht werden können. Die Schuhroste sorgen für trockene Schuhe und die kleinen Bänke der Garderobe können flexibel auch bei Bewegungsspielen oder als Sitzgelgenheiten bei Festen eingesetzt werden. Die Kinder erkennen anhand eines Tiersymboles schnell ihren eigenen Garderobenhaken und Kasten und wissen, wo ihre Sachen ihren Platz haben, bevor sie dann in die Gruppenräume gehen.
Die Spielbereiche
Die Gruppenräume haben eine unterschiedliche Farbgebung. Der Gruppenraum der "Kleinen Riesen" ist in einem frischen Blau gehalten, der Gruppenraum der "Großen Zwerge" in einem warmen Orangeton. Es ist erwiesen, dass sich die Farbgebung von Räumen auf das Wohlbefinden der Menschen auswirkt und auch ihr Verhalten beeinflußt. Die Vorliebe oder Abneigung für bestimmte Räume steht dabei unmittelbar mit unserer Emotionalität in Verbindung. Kinder haben ein gutes Empfinden dafür, in welchen Räumen sie sich wohlfühlen. Die unterschiedliche Farbgestaltung in unseren Räumen gibt allen Kindern die Möglichkeit, den Wohlfühlraum für sich zu entdecken. Nach der Eingewöhnungsphase haben die Kinder schon eine solche Sicherheit entwickelt, dass sie bereits vor dem Betreten des Gruppenraumes kundtun, in welchen Raum sie möchten. Dies muß nicht immer die eigene Gruppe sein. Diese Wahlmöglichkeit ist allen Kindern gegeben. Oftmals sind es auch bestimmte Spielmaterialien in der anderen Gruppe oder neue Freundschaften, die dazu reizen, den Raum zu wechseln.
Der Bewegungsbereich
Ein zentraler Raum unserer Kinderkrippe ist der Bewegungsraum: Sprossenwand, Bällebad, Kasten, Rutsche und Bewegungsmaterial geben den Kindern hier die Möglichkeit ihren Körper auf unterschiedliche Art zu erproben. Hier wird getanzt, getobt, geturnt, gerannt...Im Bewegungsraum treffen sich nach der eher bewegungsarmen Zeit des Frühstücks, beide Gruppen, um den Körper wieder vollständig zu spüren, sich auszutoben. Dem Befinden der Kinder gemäß, nehmen wir nach einer Weile eine Aufteilung in Kleingruppen vor. So kann es für einige Kinder nach einer Zeit des Aktivseins und der vielfältigen Kontakte notwendig werden, sich mit einer kleineren Gruppe in den Gruppenraum zurückzuziehen, um eher für sich und konzentriert einem Spiel nachzugehen. Die Mitarbeiterinnen haben die Kinder stets im Blick und sorgen für entsprechendes Abwechseln in den Gruppen. Alle Mitarbeiterinnen haben einen guten Bezug zu allen Kindern und können sich anhand ihrer Beobachtungen gegenseitig zum Wohle des Kindes unterstützen. Aufgrund der Größe ist der Bewegungsraum auch der Treffpunkt für den großen Singkreis vor dem Mittagessen, an dem alle Kinder teilnehmen.
Der Essbereich und die Küche
Frühstück und Mittagessen strukturieren als wichtige Einheiten den Krippentag. Für das Einnehmen der Mahlzeiten steht uns ein Essraum mit violetter Farbgebung zur Verfügung, in der Tische und Stühle in verschiedenen Höhen und Formen die Kinder zum Platz nehmen einladen. Das Frühstück wird von uns zubereitet und ist eine Zeit, in der die Kinder die Gemeinschaft sehr intensiv erfahren. Es wird dabei meistens viel erzählt und die Kinder nehmen sich am Tisch sehr bewußt wahr, weil sie sich für eine gewisse Zeit gegenüber sitzen. Das Frühstück findet in der etwas familiäreren Atmosphäre der kleinen Gruppe statt, wobei aber auch vereinzelt Kinder aus der anderen Gruppe teilnehmen. Das Mittagessen wird von allen gemeinsam eingenommen. Es wird uns vom Paritätischen Wohlfahrtsverband geliefert. Auch die Kleinsten in der Krippe können aufgrund eines "Stuhlknoppels" direkt am Tisch sitzen, ohne hinunterzurutschen und fühlen sich daher den anderen zugehörig. Aufgrund der unterschiedlichen Stuhlhöhen können die Kinder mit den Füßen den Boden berühren und fühlen sich dadurch sicher.
Die Küche grenzt direkt an den Essraum, so dass die Mitarbeiterinnen die Kinder auch im Blick halten können, wenn die Küche aufgesucht werden muß. Außerdem haben die Kinder auf diese Weise die Möglichkeit, Küchenaktivitäten zu beobachten und mitzuhelfen, z.B. beim Einräumen der Spülmaschine. An einigen Tagen kocht das Team und bezieht die Kinder in diesen Vorgang ein, um ihnen zu zeigen, wie ein Mittagessen entsteht und sie die sinnlichen Erfahrungen, die damit verknüpft sind, spüren zu lassen, z.B. die Erwartung, bis das Essen fertig ist, der Duft, der durch das Haus strömt und anderes.. Für Ordnung und Sauberkeit sorgt nach dem Mittagessen eine Hauswirtschaftskraft, so dass sich die Mitarbeiterinnen vollständig den Kindern widmen können.
Der Schlafbereich
Im Schlafraum wird es nach dem Mittagessen für viele Kinder gemütlich. Im Schlafraum gibt es die Möglichkeit, in einem der kleinen Krippenbetten einen Mittagsschlaf zu halten oder eines von unseren Bodenliegepolstern dort zu deponieren, wo man sich wohlfühlt. Gibt es neben diesen Schlafplätzen noch Bedarf, so kann im Gruppenraum der Kleinen Riesen, der sich direkt neben dem Schlafraum befindet, eine große Klappmatratze noch einmal einige Schlafplätze bieten. Der Schlafraum ist Ton in Ton mit dem Fußboden in einem Vanillegelb gestaltet worden, damit er durch wenig Reize zum Schlafen einlädt. Für alle Kinder sind in der Krippe eigene Decken und Kissen vorhanden. Sie genießen es, mit anderen Kindern zusammen in einem Raum zu schlafen und jedes Kind hat sein Ritual. Es kann zum Beispiel sein, dass zum Einschlafen der Rücken gestreichelt oder eine Geschichte vorgelesen wird. Zwei Mitarbeiterinnen bleiben so lange im Schlafraum, bis das letzte Kind eingeschlafen ist. Für viele Kinder ist es eine Wohltat, nach dem Mittagessen in der Krippe schlafen zu können, um nicht auf dem Weg nach Hause, im Fahrrad- oder Autositz einzunicken.
Der Sanitärbereich
Im Sanitärraum unserer Krippe befindet sich unser Wickeltisch. Der Wickeltisch ist mit einer Leiter versehen, so dass die Kinder unter Aufsicht den Wickelplatz erlangen können. Dies ist nicht nur rückenfreundlich für das Team, sondern fördert die Kinder nebenbei noch einmal in ihrem Bewegungsverhalten. Alle Kinder haben Windeln und Ersatzkleidung in Fächern der Wickelkommode und Windelspendern. Auf diese Weise ist alles in griffbereiter Nähe. Um die Kinder an die Toilette zu gewöhnen, stehen zwei verschiedene Größen zur Auswahl. Eine Toilette entspricht der Kindergartengröße und ähnelt der Erwachsenentoilette, die andere ist speziell für die Kleinsten und ungefähr so hoch wie ein Töpfchen. Da die Kinder hier mit den Füßen sicher den Boden berühren, haben sie keine Angst hineinzufallen und können durch ihre Standfestigkeit auch den Schließmuskel besser kontrollieren. Welche Toilette die Kinder benutzen wollen, ist ihnen überlassen. Das Ausprobierenwollen der Toilette geschieht oft durch Nachahmung größerer Kinder oder sie haben bereits erste Toilettenerfahrungen zuhause gemacht.

